[Soultrip] Minimalismus: Anwendung im Alltag.

14 Februar 2016

Von #minimalism und #monochrome


Minimalismus ist angesagt. Es gibt bei Instagram Hunderte von Bildern, die den Hashtag #minimalism tragen. Darauf zu sehen? Entweder stylisch eingerichtete Wohnungen in schwarz und weiß, dann ergänzt der Hashtag #monochrome das Ganze, oder eben Mode: Einfache, schlichte Basics, das ist, was gerade in ist, das ist, was man trägt, auf den Fashion-Laufstegen der urbanen Streetstyle Welt.
Nur, damit ich es gleich vorweg nehme: Ich grenze mich selbst dabei nicht aus, auch wenn ihr vielleicht einen leicht sarkastischen Unterton vermuten wollt: Das alles ist wahrhaftig ehrlich so gemeint!
Aber für mich hat das Wort Minimalismus noch eine viel größere Bedeutung bekommen, als lediglich graue und weiße Einrichtung zu favorisieren, oder dezenten Stil mit noch dezenteren Nicht-Farbtupfern aufzubessern.

Blog Kiel Fleur et Fatale

Minimalismus heißt mit dem Minimum an Aufwand das Maximum an Gewinn zu erzielen.


Minimalismus heißt mit dem Minimum an Aufwand das Maximum an Gewinn zu erzielen.

Super, dachte ich mir, und überlegte, wo ich genau dieses Schema anwenden kann, wenn sich der Radius außerhalb von schicken Wohnungen und Kleidung bewegt. Nämlich im echten Leben, in meinem Alltag und der Realität, die mich tagein, tagaus umgibt.

Ich fing also ganz von vorne an, bei Null, bei den kleinsten und scheinbar unrelevantesten Bereichen in meinem Leben, die aber sehr wohl einmal minimalistisch überholt werden sollten. Den der Bedarf war riesig, wie ich schnell merkte. Ich machte eine Liste, die folgende Punkte beinhaltete:


  • Kleidung (Was für ein Wunder)
  • Körperpflegeprodukte.
  • Dekoration (Aha.)
  • Lebensmittel (Oh, jetzt wird es interessant!)
  • Freunde.

Ja, Freunde. Damit will ich nicht sagen, dass ich die Hälfte meiner Freundschaften gekickt habe, um dem Minimalismus-Trend Einzug in mein (Privat-)Leben zu geben, sondern das feinsäuberliche Betrachten meiner "Freundschaften" und die konsequente Schlussfolgerung, dass manche Menschen eben nur Bekannte sind, andere sogar weniger als das.
Aber dazu später mehr.

Basiskonzept bei Klamotten und Make Up: Verfechtung der klaren Linie


Der einfachste und gleichzeitig schwerste Teil war das Ausmisten von Klamotten und Dekoartikeln.
Einfach, weil es logisch ist, wenn man minimieren will, mit den Konsumgütern zu beginnen, die einen am meisten umgeben. Schwer, weil es schwer fällt, sich von Dingen zu trennen, die einen am meisten umgeben.
Gesagt, getan. Ich überlegte mir also, wie das Farbkonzept meines Kleidungsstils aussehen sollte und was ich wirklich brauchte. Schon vor ein paar Monaten entschloss ich mich dazu, weniger, aber dafür passender und qualitativ hochwertiger, sowie fairer zu kaufen. Das habe ich auch sehr gut durchgehalten, ich überlege, wenn ich ein Teil in der Hand habe, ob ich es wirklich brauche und achte sehr auf das Material und die Produktion. Natürlich landet im Sale-Wahn auch das eine oder andere Fashion-Schnäppchen in der Tüte, aber das will und kann ich mir nicht verbieten. Der Rest ist allerdings so gekauft, dass es untereinander immer mehr kombinierbar ist, was nicht nur Zeit, sondern auch Geld und Nerven spart! Das, was ich rigoros nicht mehr tragen, wird aussortiert und in Kisten gepackt. Wenn ich es einen Monat lang nicht vermisse, dann verkaufe ich es oder spende es!

Das Gleich gilt für Beauty- oder Pflegeprodukte. Natürlich bin ich ein Werbeopfer und luscher bei DM oder Rossmann immer nach den neuen Produkten. Aber am liebsten benutze ich doch das, wovon ich weiß, was ich habe oder nicht? Was helfen mir 20 Duschgels, die super riechen, aber Unmengen an Plastikmüll verursachen und dann doch nur einen Hauch von Duft auf der Haut hinterlassen? Ich habe kürzlich mit der lieben Tine von Fairytaleoflife über genau dieses Phänomen gelacht: Blogger, die Hauls produzieren, wie Kanninchen Nachkommen: Wo horten sie all die Shampoos und Duschgels und Bodylotions? Ist ihnen bewusst, was dieses konsumgeiles Verhalten nach sich zieht???

Outfit im nordisch cleanen Look


Auch in der Wohnung gilt: Weniger ist mehr.


Weniger ist mehr, vor allem, wenn man eine große Wohnung irgendwie übersichtlich und sauber halten möchte.
Dekoartikeln in Trendfarben? Ja, bitte!
Aber deswegen gleich Decken und Bettwäsche in einer neuen Farbe kaufen? Nein!
Die Basics bleiben, kleine Hingucker dürfen ergänzt werden. Und auch hier fahre ich gut. Denn mal ehrlich: Natürlich sieht es wunderbar aus, wenn die Decke zum Kissen zur Uhr passt, die an der Hand steckt, die die Kaffeetasse mit dem neuen In-Muster drauf hält. Aber es reicht auch kleine Akzente zu setzen und das Geld lieber in hochwertige, große Projekte zu stecken!

Kieler Blog Fleur et Fatale über nordisch schlichten Wohnungsstil

Strahler Lampe von Tchibo

Minimalistischer Trend in der Wohnung

Bei den Lebensmitteln Minimalismus anzuwenden, klingt für viele vielleicht nun nach Hungern.
Falsch gedacht!
Genau das Gegenteil ist der Fall: Ich kaufe sehr bewusst und viel ein, das Minimalismus Prinzip entfaltet hier seine Stärken ebenfalls in Basics: Obst, Gemüse, gute Kohlenhydrate und jede Menge gutes Gefühl. Darauf kann man bauen, oder?
Ich achte wenn möglich darauf, dass das, was ich kaufe, nicht von Meilenweit-Her kommt, sondern von Um-Die-Ecke. Es landet manchmal weniger, dafür hochwertigeres Essen in meinem Einkaufskorb und mal ehrlich: Der Gang auf den Wochenmarkt am frühen Morgen ist so wundervoll! Lieber weniger, dafür gut, ist hier das (Minimalismus-)Motto.

Biogemüse und Regional bei Fleur et Fatale


Wisst ihr alles schon, denkt ihr jetzt? Ist nichts Neues mehr!? Wow, das freut mich. Ich habe nämlich lange dafür gebraucht!
Aber ich weiß, ihr lechzt alle nach dem Teil, in dem ich erzähle, von welchen Freunden ich mich getrennt habe, richtig?
Na gut, sollt ihr haben!

Soziale Netzwerke: Freunde oder Freunde?


Mach mit mir einen kleinen Versuch: Öffne einen neuen Tab und tippe den Namen unseres großen, sozialen Lieblings-Netzwerks ein. Jetzt klickst du auf den Reiter "Freunde".
Na, wer erscheint?

Ahja, die Mitbewohnerin. Und die beste Freundin. Der Studienkollege. Der ehemalige Arbeitskollege. Die Freundin aus der 5. Klasse. Die Nachbarin von vor 10 Jahren..Wie hieß die nochmal? Schade, sie hat einen Nicknamen angegeben, und es fällt dir einfach der richtige Name nicht mehr ein...
Ah hier ist noch der Geschäftspartner deines Vaters, der die Firma vor 10 Jahren verlassen hat. Und oh, der Fotograf, mit dem du vor 5 Jahren mal einen Kalender angefertigt hast! Die Exfreundin vom Ex-besten Freund deines Exfreundes. Verrückt. Sie hat zwei Kinder und ist neu verheiratet. Wusstest du gar nicht. Interessiert dich auch nicht...

Nach einer halben Stunde bist du durch, hast dich durch 350 verschiedene Profile deiner "Freunde" geklickt, von denen du die Hälfte seit 3 Jahren nicht mehr gesehen hast.
Kick sie.

Klingt fies, aber wozu brauchst du Leute in deiner Freundesliste, die nicht deine Freunde sind? Ja, ja, netzwerken und so.. Kann man aber auch anders. Man kann sich auch die Mühe machen und verschiedene Listen für verschiedene Gruppierungen anlegen. Oder man löscht einfach diejenigen aus der Liste, die einfach keine Freunde und noch nicht mal entfernte Verwandte sind.
Über die Zeit häufen sich in diesem sozialen Spinnennetz so viele Gesichter an, die vielleicht nicht einen Gedanken an dich verschwenden. Wieso also sollten sie sehen, dass du einen neuen Job hast? Oder dass du verlobt bist? Dass du diese und jene Veranstaltung mit diesen und jenen echten Freunden besucht hast?

Müssen sie nicht. Und wenn du ehrlich bist, dann willst du das auch von ihnen nicht wissen. Weil es dich nicht mehr interessiert und sich Menschen weiter entwickeln. Weil sich Freundschaften auch auseinander entwickeln können. Weil man nicht zwanghaft an alten Gegebenheiten festhalten kann.
Weil wir alle weiter gehen.
Damit meine ich nicht, dass du jetzt rigoros durch deine Liste scrollen und alle raus werfen sollst, mit denen du keinen Kontakt mehr hast. Aber überlege doch mal, von wem du wirklich willst, dass er etwas von dir weiß.

Sei doch einfach mal minimalistisch!




Eure Mona


Minimalis als Trend. Auch im Alltag?

Kommentare on "[Soultrip] Minimalismus: Anwendung im Alltag."
  1. Sehr interessanter Beitrag und man merkt, wie viel Mühe du dir damit gegeben hast.

    Bei mir findet momentan eine etwas andere Blogvorstellung statt. Schau doch mal vorbei, vielleicht hast du Lust teilzunehmen. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass das Interview mit dir sehr interessant sein könnte.

    http://the-mysterious-world-of-eve.blogspot.be/2016/02/die-etwas-andere-blogvorstellung.html

    Liebe Grüße
    Eva

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  2. Ach mein Monalein ❤ Mal wieder sprichst du mir so unglaublich aus der Seele! Ich mag zwar auch das minimalistische und monochrome (Yaaay!) aber ich hätte glaube ich NIEMALS soviel damit interpretieren können. Ich ziehe meinen Hut vor dir Cheri ❤ Du hast das alles wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht (minimalistisch eben, nä ;D)

    Als du dann aber mit dem Thema Freunde angefangen hast saß ich irgendwann nur noch kopfnickend vor dem Monitor. Ich hab damit früher immer wahnsinnig zu kämpfen gehabt, weil ich es natürlich jedem Recht machen wollte und mit der ganzen Welt gut Freund sein wollte. Mir ging es noch nicht mal um die Zahl der Freunde sondern einfach darum, dass mich jeder mag und ich nichts falsches tue. Das kann einen echt fertig machen weil man sich einfach viel zu sehr aufopfert und irgendwann auch nicht mehr authentisch sein kann, weil man ja nicht mehr man SELBST ist sondern nur so, wie die anderen einen haben wollen. Dabei ist es so erleichternd wenn man einfach loslässt, einfach minimalistisch ist und sich auf das beschränkt was Wert hat ❤

    Danke für den tiefsinnigen und wunderschönen Post meine Süße :*
    Ich drück dich ❤
    Deine Duni

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  3. Gerade das mit der Ernährung finde ich wichtig. Mir dreht es manchmal beinahe den Magen um, wenn ich sehe woher beispielsweise Obst und Gemüse zum Teil kommen... da bin ich wirklich absolut für Minimalismus; für von "um die Ecke" und saisonal.

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  4. Mona, was für ein großartiger und gelungener Post. Bei den Themen "Lebensmittel" und "Freunde" war ich tatsächlich erst erstaunt, aber von vorne :)
    Bei den Klamotten und Pflegeprodukten stimme ich dir voll und ganz zu. Ich finde es herrlich menschlich, dass du bei deiner Kleidung bewusst und überlegt einkaufst und trotzdem auch mal das eine oder andere Sale-Teil in deiner Tasche landet! Bei den Pflegeprodukten geht´s mir genauso wie dir, ich will jetzt erstmal verwenden und aufbrauchen, ich habe mir nämlich irgendwann mal die sogenannten (und unsinnigen?) Back-Ups gekauft und habe hier jetzt 4 gleiche Peelings stehen, nur für alle Fälle ... es ist manchmal verrückt :D Auch bei meiner Schminke versuche ich erstmal, all das zu tragen, was ich überhaupt habe und nicht noch mehr Neues zu kaufen.
    Deko: Oh ja! Da muss ich auch mal ein bisschen ausmisten und obwohl ich eh wenig Deko habe, gibt es ein paar so Dinge, von denen ich mich vielleicht einfach trennen sollte.
    Die Themen "Essen" und "Freunde" fand ich richtig spannend, darüber habe ich mir bis jetzt noch nicht so viele Gedanken gemacht. Aber ja, ich habe vor kurzem bei einer Landwirtin Obst und Gemüse gekauft und obwohl es eben kein fancy Zeug war, war es so viel leckerer, weil ich wusste, woher und von wem es kommt.
    Und Freunde habe ich zwar recht viele in Facebook, aber letztlich nur ein paar Pappenheimer, die ich zu meinen richtig festen Freunden zähle. Die aber mag ich nicht mehr hergeben und ich bin dankbar, dass ich sie habe. Und was ich aber auch ganz toll finde: Immer wieder neue Leute wie dich über den Blog oder Instagram kennenlernen und den inspirierenden Austausch über Themen, die uns bewegen!

    Ich könnte ja jetzt noch ewig weiter philosophieren, aber ich mache jetzt mal einen Punkt und sage dir nur nochmal:
    Wunderbarer Beitrag!

    Liebe Grüße
    Julia | www.schriftundherz.com

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  5. Du bist das Thema etwas breitgefächerter als ich angegangen :D
    Ich finde es super wie du beschreibst wie das ganze Leben minimalitischer werden kann. Und ja, ich verstehe immer noch nicht die tausend Backups von Duschgelen. Es sind Duschgele und wenn ich gut riechen will, greife ich lieber zu Parfum. Das ist total einfach und nicht weltbewegend.
    Ich verkaufe momentan immer wieder Teile bei KK und es funktioniert. Manche sind wirklich nur für ein einziges Shooting angezogen worden und danach nicht mehr. Also Platz schaffen für hochwertiges und zeitloses, eben minimalistisch.
    Deko habe ich generell sehr wenig, aber nur weil ich einfach nie das Richtige finde. Oder ich bin zu geizig oder von beidem etwas. Wo ich jetzt den Drahtkorb sehe, dann werde ich wohl doch nochmal bei Depot vorbeihuschen und ihn mir mitnehmen.
    Das mit der Freundesliste habe ich vor einigen Monaten gemacht. Einfach mal so, weil ich dachte, dass mich die Hälfte der Menschen nicht interessiert und sie mein Leben auch einfach nichts angeht. Und mit wieder anderen habe ich auch keinen Kontakt. Mal im Studium getroffen und dann hat man sich doch nie wiedergesehen.
    Bei Lebensmitteln bin ich nicht ganz so strikt, obwohl es wahrscheinlich mal eine gute Idee wäre :)

    Liebste Grüße
    Tine

    http://fairytaleoflife.com/

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  6. danke für deinen tollen Beitrag

    http://carrieslifestyle.com

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  7. Ich finde das Konzept des Minimalismus einfach nur wunderbar. Vor allem wenn es um Beautyprodukte und Kleidung geht. Ich habe auch einfach nur viel zu viel und bin dabei wie du von vorne anzufangen.

    Liebste Grüße
    Gilda

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  8. Sehr schöner Beitrag liebe Mona!
    Über die Sache mit den Facebook "Freunden" hab ich auch schon öfters sinniert und habe mich tatsächlich irgendwann mal hingesetzt und sehr viele in Gruppen kategorisiert. Manche Leute, ehemalige Kommilitonen oder so, die ich echt kaum noch erkannt habe, hab ich auch gelöscht, aber viele habe ich behalten, aber eben beschlossen, nur sehr wenig mit ihnen zu teilen. Es ist aber trotzdem noch schön, nebenbei mitzubekommen, ach die Maria von früher, die hat jetzt auch ein Kind. Und was, sie wohnt jetzt ganz in der Nähe? Vielleicht schreib ich sie mal wieder an. Oder so ähnlich.
    Trotzdem pflichte ich dir, vor allem auch bei den anderen Themen, bei, dass es einfach gut tut, zu reduzieren und mehr darauf zu achten, wie viel man wirklich im Leben braucht zum Glücksein. Beim Reisen zB ist das nämlich ganz schön wenig und läuft trotzdem super :)

    Allerliebst, fühl dich gedrückt!
    Corinna
    www.kissenundkarma.de

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  9. Hey ihr Lieben,hab grade euren Blog entdeckt, gefällt mir sehr :)
    Vielleicht intwressiert euch ja auch mein Blog.
    Schaut doch einfach mal vorbei, hoffe es gefällt dir. ich freue mich über jeden Follower ♥

    http://www.eminevogue.blogspot.de/

    Viele liebe Grüße aus Köln
    Emine ♥

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  10. Ein sehr interessantes Thema! Ich hatte vor ein paar Monaten das Gefühl in der Wohnung "zu ersticken". Überall lag unnötiger Kram rum, der einfach nur überflüssig ist. Seit dem sortiere ich konsequent aus. Auch in allen Lebensbereichen. Das Problem ist einfach nur, dass manche Sachen zu schade sind, um sie wegzuwerfen und daher möchte ich sie verkaufen: nur kauft sie keiner! Jetzt liegt der ganze Kram irgendwo anders und wartet darauf, dass endlich mal was passiert.

    Liebste Grüße
    Rina von Adeline und Gustav

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